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Glocknerman - 1015 km und 16 000 Höhenmeter


Jacob schafft die 1015 km und knapp 16 000 Höhenmeter in nur 41:33 Stunden
Die erste Saison und schon eine Top-Platzierung.


Nachdem Jacob letztes Jahr sein erstes 24 h Rennen in Fohnsdorf bestritt, wollte er dieses Jahr seine Ziele höher stecken und sich am GLOCKNERMAN – einem Marathon der Ultraklasse - versuchen. Der Name dieses Rennens sagt schon alles. Zwei Mal über den Glockner, zwei Mal über den Felbertauern und weil man zum Großglockner „hinkommen“ muss, wird dieses Rennen von Graz aus nonstop gefahren. Dazwischen liegen nicht nur 300 km sondern auch einige Berge. Wer bei diesen Rennen vorne sein will, muss taktisch fahren und am Berg seine Stärke zeigen.
Schon drei Monate vorher traf sich Jacob´s Team das erste Mal, um sich in Sachen Ernährung und Zeitplan zu beraten. Die letzten Vorbereitungen verliefen sehr stressig. Es wird unterschätzt wie viel Aufwand so ein Rennen ist. Das fängt an beim Planen der Stromversorgung für externe Geräte und gipfelt beim Verstauen der gesamten Ausrüstung, die ein solcher Radmarathon mit sich bringt. Jeder Betreuer muss ganz genau den jeweiligen Tascheninhalt kennen, damit während dem Rennen keine Zeit durch Suchen verloren geht. Zum Glück ist Paul ein richtiges Einpacktalent und übernahm diese Aufgabe. Durch externe Beratung von Joachim Ladler konnten wir auch unser Stromversorgungsproblem in den Griff bekommen. Bei einem 16V Zigarettenanzünder gilt es zu beachten wie viele Geräte angeschlossen werden, denn während dem ganzen Rennen müssen Handy’s, MP3 Player, Laptop, Kühltasche, Navi und das orange Drehlicht mit Strom versorgt werden.
Am Donnerstag, dem Tag des Rennens, war dann für Jacob die ganze Anspannung der letzten Wochen verflogen. Gemütlich wurde gefrühstückt und vor dem Start noch Interviews gegeben. Pünktlich um 12 Uhr erfolgte schließlich der Startschuss und die 22 Starter rollten zügig Richtung Kitzeck, wo die erste Prüfung auf die Fahrer wartete. Bei kurzen giftigen Anstiegen hinauf zur Kirche teilte sich das Feld bereits auf. In der Spitzengruppe waren mit Jacob acht Fahrer. Am letzten Anstieg hinauf zur Soboth teilte sich die Gruppe nochmals. Simon Ruff, Thomas Rathschob, Eduard Fuchs und Kevin Biehl lösten sich von Martin Puchberger, Christian Burtscher, Michael Feth und Jacob. Das Tempo war einfach zu hoch um „dran“ zu bleiben und die Entscheidung, nicht mit Edi mitzufahren, war gut. Das schwüle Wetter und die Soboth zerrten an Jacob`s Reserven, sodass er in Kärnten, als es am Weg zum Schaidasattel zum Regnen anfing, bereits nach knapp 140 km seinen ersten kleinen Einbruch hatte. Der Edge 800 zeigte eine bisherige Durchschnittsleistung von 230 Watt und in Gedanken fragte er sich, wie er bloß dieses Rennen schaffen soll, wo er erst ein Zehntel der Strecke hinter sich hat. Es machte auch den Anschein, als ob der Regen nicht nachlassen würde, da der ganze Himmel unverändert bedeckt war. Der Schaidasattel selbst wurde zwar ohne Mühe erklommen, nervig war nur der starke Regen. Doch als die Fahrer gegen Abend das Möltal erreichten, hörte der Regen zum Glück auf.
Beim Anstieg auf den Felbertauern verlor Martin Puchberger den Anschluss an Christian Burtscher und Jacob. Von nun an fuhren die beiden alleine die beiden Glocknerrunden… .
Um 4:30 Uhr morgens erreichten Christian und Jacob das erste Mal nach über 17 Stunden Fahrt das Hochtor. Allein das Erlebnis um diese Zeit den Glockner hochzufahren puschte die beiden, denn kurz vor der Passhöhe durchbrachen sie die Wolkendecken und sahen in der Ferne die Sonne aufgehen. 9 Stunden später um 13:45 Uhr erreichten sie das zweite Mal das Hochtor. Getrieben vom Regen schaffte Jacob diesmal den mit 1900 Höhenmeter langen Anstieg sogar 10 Minuten schneller als beim ersten Mal. Die Abfahrt vom Glockner erwies sich als das Schwerste bei diesen Rennen. Heftiger Sekundenschlaf und einsetzende Halluzinationen machten die Abfahrt zum Höllentrip. „Zum Glück bin ich gut runter gekommen“, sagte Jacob zu seinen Betreuern in Winklern, bevor er mit Christian die „Heimreise“ nach Graz antrat.
Die Rückfahrt bereitete anfangs große Schwierigkeiten, das eintönige Rollen in der Ebene war nicht gerade fördernd um endlich Herr über den Sekundenschlaf zu werden. Der willkommene Anstieg auf die Windische Höhe und ein paar Fans machten für Jacob alles wieder besser. Die 24 %ige Rampe forderten die Kräfte und ließen ihn die Müdigkeit vergessen. Um 19:08 Uhr erreichte Jacob die Passhöhe. Er wartete noch ein paar Minuten auf seinen treuen Gefährten Christian, doch dieser hatte einen Einbruch und legte eine Pause ein.
Von nun an war Jacob auf sich alleine gestellt und versuchte mit viel Druck am Pedal konstant in Richtung Heimat zu fahren. Als nächstes Ziel wartete die Abtei, die er bei starkem Regen um 22:32 Uhr erreichte. Die 45 km bis zur Soboth waren alles andere als einfach. Da Christian nicht mehr an seiner Seite war, fehlte ein Gesprächspartner um sich von der Anstrengung abzulenken. So kamen ihm diese zwei Stunden wie eine Ewigkeit vor. Aber auch dies war irgendwann vorbei und der Anstieg auf die Soboth bald geschafft.
Schließlich erreichte Jacob am Samstag um 5:33 Uhr morgens das Ziel am Schwarzl See in Graz und belegte damit den 4. Platz im Gesamtrang, in seiner Altersklasse den 2. Platz und damit Vize-Weltmeister im Ultraradmarathon.


Schlusswort:

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich den Glocknerman in 41:33 h schaffe. Das schwerste an dem Rennen waren für mich nicht die Berge sondern die Flachstücke. Auf den Bergen ist es leichter sich zu motivieren und mit viel Druck zu fahren, als auf der Ebene. In dieser Hinsicht muss ich noch viel lernen.

Großen Dank an mein super Betreuer Team, meine Sponsoren und an die Fans die mich auf der Strecke angefeuert und zum Teil begleitet haben.






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4.06.11 23:59  
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