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Glocknerman - Ultra Radmarathon Weltmeister


Der Glocknerman letzten Jahres war ein einschneidendes Erlebnis. Die Tour endete statt mit einem Stockerlplatz mit einem Krankenhausaufenthalt im BKH Lienz. Es wurde viel analysiert und diskutiert und für mich war klar, dass ich genau ein Jahr später erneut bei dem Rennen starten möchte, bei dem ich zuvor gescheitert war. Viele Menschen würden den leichteren Weg wählen und sich ein anderes, neues Projekt suchen um dort ihr Selbstvertrauen wieder zu stärken. Dass der Weg, denn ich gehe, nicht leicht ist, ist mir bewusst. Keiner der solche langen Rennen bestreitet, macht es sich einfach sondern hat einen eher außergewöhnlichen Charakter. Jeder dieser Starter nimmt enorm viel Training und Organisationsaufwand auf sich, verzichtet auf vieles und das für den einen bestimmten Tag, für dieses eine bestimmte Rennen.



Am Abend vor dem Rennen lag ich etwas nervös im Bett. Mir gingen Erinnerungen vom letzten Jahr durch den Kopf, der Gedanke nun das letzte Mal zu schlafen und dann zwei volle Tage nicht, beschäftigten mich. Ich habe ich viel trainiert, bin sehr gut vorbereitet, habe ein tolles Team und bin mir sicher, gut durch das Rennen zu kommen.



Am Donnerstag dem 6. Juni, pünktlich um 12:00 Uhr starteten wir am Schwarzl Freizeitzentrum. Die heftigen Regenfälle der letzten Tage waren abgeklungen und die Sonne scheinte. Erstmals nach 14 Jahren wurde die Strecke geändert. Früher führte der Glocknerman zweimal über den Felbertauern und zweimal über den Glockner. Vor gut einen Monat jedoch rutschte ein Teil einer Lawinengalerie der Felbertauern-Straße ab und somit war die Passstraße nicht befahrbar. Der Felbertauern wurde so durch das Lesachtal ersetzt. Die Strecke war nun insgesamt etwas kürzer, durch das Lesachtal jedoch wesentlich hügeliger. Mein Garmin sollte später im Ziel 930 km und 15.000 Höhenmeter anzeigen.



Traditionell wurde das Rennen bis Schachenwald neutralisiert gefahren und erst mit dem Anstieg auf die Weinhügel von Kitzeck offiziell freigegeben. Das Tempo wurde gleich erhöht und so erreichten wir nur mehr zu sechst die Kirche von Kitzeck. Bei angenehmen warmen Temperaturen um die 25°C nahmen wir die Soboth in Angriff. Das konstante, aber hohe Tempo bis auf die Passhöhe von 1300m konnten aber nur Patric Grüner, Joachim Ladler und ich halten. Nun begann der lange flache Teil des Rennens – die Ost-West-Durchquerung von Kärnten. Auf über 200 km von Lavamünd bis Winklern lag nur ein Berg, der Schaidasattel. Zu dritt wechselten wir uns beim Fahren im Wind ab, harmonierten im dem Dreiergespann und erreichten Winklern um 40 Minuten schneller im letzten Jahr und schafften auf dem Kärntenabschnitt eine Durchschnittgeschwindigkeit 34,6 km/h. In Winklern angekommen hielten Patric und ich kurz an um uns für die Nacht entsprechend zu kleiden, während Joachim ohne Stopp weiterfuhr.



Patric und ich starteten mit hohem Tempo in Richtung Hermagor, um die verlorene Zeit auf Joachim wieder einzuholen. Doch kurze Zeit später drosselten gesundheitliche Probleme Patric und so fuhr jeder sein eigenes Tempo weiter. Es näherte sich das Lesachtal, das aus meiner Sicht der schwierigste Abschnitt des Rennen war. Von einer Seehöhe von 700 m ging es auf einer Distanz von 30 km über 26 teils kurze und steile Anstiege auf eine Höhe von 1520 m. Auf diesem hügeligen Abschnitt tat ich mir sehr schwer meinen Rhythmus zu finden und der Abstand zu Joachim wurde immer größer. In den Morgenstunden des zweiten Tages begann der Anstieg auf den Glockner. Eisige 2°C Grad zeigte der Edge in Heilgenblut an, dafür aber mit Sonnenschein und strahlend blauen Himmel. Da die Steigung sehr konstant ist fiehl es mir hier leichter meinen Tritt zu finden. Die kalten Temperaturen der Nacht und auch während der Auffahrt zerrten aber etwas an meinen Kräften, jedoch war es meine bisher schönste Glocknerfahrt.



Zurück in Winklern startete der dritte und letzte Teil des Rennens. In gut gelaunter Stimmung ging es heim Richtung Graz. Unser Team wurde nun auch durch Onkel und Tante, sowie einen guten Freund und Hobbyfotografen Klaus Lafer verstärkt. So konnten das bisherige Team bestehend aus meinem Vater, meiner Mutter, meinen Bruder und meiner Freundin sich etwas ausruhen. Für mich ging es derweilen über die Windische Höhe und die Abtei Richtung Heimat. Ein Stück durch Kärnten wurde ich auch von meinen Kärntner-Trainingskollegen Harald Zima begleiten.



Auf dem letzten Stück des Renens spürte ich, dass ich sich seit der letzten Saison auch weiter entwickeln konnte. Der zweite Tag war spürbar einfacher zu fahren und auch der Leistungsabfall war geringer als erwartet. Am Samstag um um 1:03 Uhr erreichte ich glücklich das Ziel. Ich konnte mir den zweiten Platz und damit den Titel Ulraradmarathon Weltmeister U30 sichern.





Vor und nach dem Rennen war ich zu Gast bei Radio Njoy. Der Mittschnitt mit Fotostory des Rennen ist im dem folgenden Video zu finden:







15.06.13 0:00  
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